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"Golden Goal ist scheiße. Man weiß nie, ob man sich noch ein Bier holen soll." (Harald Schmidt)

» Motivationswettkampf 16.06.2013

Leichtathletiknachwuchs: v. l. Emely Hagen, Sophia Albers, David Bolle, Lukas Hagen, Tim Achter

Es gibt Momente, die geben mir als Trainer die Bestätigung und die Antwort auf die Frage, warum ich einen Großteil meiner Freizeit auf dem Sportplatz verbringe, warum ich mir von vielen immer wieder anhören muss, dass ich ja wegen des Sports so wenig Zeit für andere Sachen hätte und warum ich immer wieder gegen pubertierende, völlig motivationslose Jugendliche ankämpfe und ihnen versuche zu helfen, ihr vorhandenes Talent zu nutzen, auch wenn sie selber es noch nicht erkannt haben! Genau so ein Moment war die gesamte Bezirksmeisterschaft der U14 und U16 am 16.06.2013 im Papenburger Waldstadion. Diese Meisterschaft hat ein Einzugsgebiet von nahezu der Hälfte Niedersachsens. Das gesamte Weser-Ems Gebiet ist hier vertreten. Für die U14 Athleten sind dies die höchsten Meisterschaften, die sie erreichen können und dementsprechend haben diese Meisterschaften eine ganz andere Qualität als eine Kreis- oder Emslandmeisterschaft.

Sophia Albers war der erste Lichtblick. Im Weitsprung sprang sie mit 4,26 m gleich zum Vizetitel der Altersklasse W12 und natürlich eine persönliche Bestleistung. Auch über 75 m lief sie zunächst ins Finale und dann ebenfalls zum Vizetitel und, genau, zur persönlichen Bestleistung von 10,71 sec. Im abschließenden 800 m Lauf, gelang ihr dann ein toller vierter Platz und mit 2:40,39 min die dritte persönliche Bestleistung an dem Tag!

Lukas Hagen war der Vielstarter. Gleich Viermal ging er auf Goldjagd. Zunächst wurde er Dritter in einem ziemlich verkorksten Weitsprungwettkampf. Die weiten Sprünge trat er leider alle über und so wurde er mit für ihn eher mäßigen 3,93 m Dritter der Altersklasse M12. Die Wut über die schlechte Leistung setzte er dann profimäßig in eine tolle Sprintleistung um und qualifizierte sich als Viertschnellster für den Finallauf über 75m, in dem er sich den Vizetitel mit 11,22 sec. schnappte und so noch zwei schnellere Läufer des Vorlaufes überholte. Im Hochsprung war er dann eine Klasse für sich und sicherte sich überlegen mit 15 cm Vorsprung den Meistertitel. Seine übersprungene Höhe von 1,35 m war zugleich eine neue persönliche Bestleistung. Über 800 m merkte man dann, dass er bereits fast 5 Stunden Wettkampf in den Beinen hatte. Bis 600 m lief alles noch rund, doch dann verließen ihn etwas die Kräfte. Trotzdem Kämpfte er tapfer weiter und wurde am Ende mit einer Saisonbestleistung von 2:39,77 min und Platz 3 belohnt.

Im gleichen Lauf war auch der erst 11 Jahre alte Tim Achter gemeldet. Er führte das Feld 750 m an, musste dann aber auf den letzten Metern noch einen Läufer aus GMHütte vorbeiziehen lassen. Sein Rückstand auf den Meistertitel ganze 5 Zehntel Sekunden! Mit 2:34,48 min gelang auch ihm eine neue persönliche Bestleistung.

David Bolle war sowohl im Ballwurf als auch über 800 m der Schüler M13 gemeldet. Ungünstig für ihn waren die Startzeiten der zwei Disziplinen. Während der Ballwurf gleich zu Beginn um 11.00 Uhr stattfand, musste er bis zum 800 m Lauf über 5 Stunden warten und erst um 15.35 Uhr an den Start gehen. Wie schwer es ist, die Spannung über diese lange Zeit zu halten und noch konzentriert ins Rennen zu gehen, wissen wohl nur einige Wenige, die so etwas schon mitgemacht haben. Im Ballwurf gelang David mit 40m ein neuer Vereinsrekord und somit logischerweise auch eine persönliche Bestleistung. Platz Vier stand auf der Urkunde, war aber aufgrund der tollen Leistung nur Nebensache. Was er dann aber über 800 m auf die Bahn brachte, war aller Ehren wert. Mit einer guten ersten Runde konnte er sich in der zweiten Runde noch steigern und lieferte sich ein packendes Duell im Endspurt. Am Ende stand eine Zeit von 2:33,82 min auf der Uhr was wiederum ein neuer Vereinsrekord und eine persönliche Bestleistung bedeutete. Auch hier war Platz Vier völlig uninteressant.

Emely Hagen zeigte zuletzt im Training ansteigende Form und auch endlich wieder Motivation, so dass wir auf den Wettkampf gespannt sein konnten. Im Ballwurf legte sie mit 31 m eine tolle Weite hin, und zwar genau die gleiche Weite wie zwei weitere Konkurrentinnen auch. Da dann der zweitbeste Versuch herangezogen wird, landete Emely auf einem tollen dritten Rang. Eine der 31 Meter Werferinnen war vor ihr, eine hinter ihr. Die Siegerin hatte im besten Versuch mit 31,50 m noch etwas weiter geworfen. Im Kugelstoßen war dann Spannung pur angesagt. Nach dem dritten Durchgang lag Emely auch hier weitengleich mit der Ballwurfsiegerin, wo die den besseren zweiten Versuch hatte. Im fünften Durchgang konnte Emely mit 7,54 m genau einen Zentimeter weiter stoßen, als die Führende und übernahm somit die Spitze. Wütend ging die Konkurentin aus Dörpen in den sechsten und letzten Durchgang und stieß 7,87 m. Somit war Emely wieder Zweite hatte aber als vorletzte Stoßerin den großen Vorteil noch nachlegen zu können. Mit exakt 8 m gelang ihr ein Traumstoß und der zwar überraschende aber sehr verdiente Titelgewinn und somit eine geglückte Revanche vom Ballwurf!

Liebe Athleten, ihr glaub gar nicht, wie viel Spaß mir dieser Wettkampf gemacht hat. Er war für mich eine große Motivation für die kommenden Trainingseinheiten. Auch für Trainer ist es nicht einfach nach einem 9 Stunden Tag im Büro noch 3 x 90 Minuten pro Woche euch zu trainieren und immer wieder gegen Ausreden und Motivationslosigkeit anzukämpfen. Ich muss schon verrückt sein, mir dies seit nunmehr 14 Jahren ohne Unterbrechung anzutun.
Alle, die am Start waren, verfügen über ein oder mehrere Talente in den vielen verschiedenen Disziplinen, die es zu Fördern gilt. Macht weiter so, nehmt es in Kauf, dass ich beim Training auch mal lauter werde, ich will nur eins: Euch zu solch tollen Leistungen antreiben! Ihr habt sicherlich gemerkt, wie süß ein Sieg oder eine tolle Leistung schmeckt. Ihr wollt mehr davon? Gerne!!! Trainiert regelmäßig und hart und ihr werdet mehr davon bekommen.

Christian Kuhl



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